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Geschichte der Ladungssicherung

Effiziente Hilfsmittel für Sicherheit im Straßenverkehr

Die ersten schriftlich festgelegten Richtlinien für eine wirkungsvolle Sicherung von Fuhren / Ladungen stammt von 1925. Johann Preissler aus Ilmenau hat darin unter anderem ausgeführt, dass sich jeder Fuhrmann spezielle Kenntnisse über seine Fuhren verschaffen muss, um diese selbst umzuladen. Spanngurte sorgen dafür, um lockere, instabile Güter zu fixieren.

Die Einweisung zur Ladungssicherung muss also stets praktisch erfolgen, da schriftliche Anweisungen allein nichts bewirken. Johann Preissler hat schon damals zwei essenzielle Aspekte der optimalen Ladungssicherung benannt: 

  • Formschlüssige Ladungssicherung
  • Wichtigkeit einer praktischen Schulung für Fuhrleute, um die Sicherheit auf Wegen und Straßen zu erhöhen.

Kurz erklärt - formschlüssige Ladungssicherung

Für die sogenannte formschlüssige Ladungssicherung werden Transportgüter lückenlos und bündig verladen. Durch Diagonal- / Schrägzurren mithilfe von Zurrschienen und durch Spanngurte oder Lashing im LKW lassen sich Gegenstände im Fahrzeug effizient sichern.

Beim Formschluss muss zudem beachtet werden, dass die Güter an allen Seiten im LKW sowie der Stirnwand anliegen. Zusätzlich oder alternativ lassen sich eventuelle Freiräume zwischen Fahrzeugwand und Ladung sowie zwischen den einzelnen Gegenständen durch Sperrbalken oder Stausäcken, Ladebalken und Schaumstoff-Polstern verfüllen.

Oft ist eine Kombination aus unterschiedlichen Hilfsmitteln die ideale Lösung für eine hocheffiziente Ladungssicherung am LKW. Welche Art der Ladungssicherung letztendlich benötigt wird, beruht auf den physikalischen Grundlagen der entstehenden Kräfte durch die Last. Zudem sind gesetzliche Vorschriften für die jeweilige Ladung maßgebend.

Formschlüssige Ladungssicherung im Detail

Um eine formschlüssige Ladungssicherung zu realisieren ist der LKW-Aufbau entscheidend. Denn nur wenn dieser eine ausreichende Festigkeit besitzt, lassen sich unter anderem Spanngurte und Zurrschienen einsetzen, um auftretende Kräfte während des Transportes zu absorbieren. In Europa ist daher eine bestimmte Aufbaufestigkeit der Nutzfahrzeuge vorgeschrieben.

Gemäß der Norm DIN EN 12642 / Code L handelt es sich um folgende Werte:

  • Seitenwände: 30 % der jeweiligen Nutzlast
  • Stirnwand: 40 % der jeweiligen Nutzlast, allerdings maximal 5.000 Dekanewton (daN)
  • Rückwände: 25 %, jedoch nur bis maximal 3.100 Dekanewton

Bei einem verstärkten Aufbau der Fahrzeuge gelten Werte gemäß der Norm DIN EN 12642 / Code XL:

  • 40 % der Last
  • Stirnwand: 50 % der jeweiligen Nutzlast
  • Rückwand: 30 %

Essenzielle Hilfsmittel für Formschluss

Als wirkungsvolle Hilfsmittel, die eine Sicherung der Ladung gewährleisten, werden Spanngurte und Zurrschienen durch Utensilien ergänzt. Antirutschmatten werden entweder unterhalb oder auch zwischen dem Transportgut positioniert. Dadurch wird die Reibungskraft erhöht. Der verbesserte Gleit-Reibwert bewirkt auf dem Boden der Ladefläche eine Stabilisierung der Güter, wodurch wiederum ein Verrutschen verhindert werden kann.

Als Ergänzung der Spanngurte und Zurr- / Spannketten ist ein Kantenschutz empfehlenswert. So lassen sich einerseits Beschädigungen am Transportgut vermeiden und eine optimale Kraftübertragung erreichen. Für umfassendere Informationen zur allgemeinen Nutzung von Zurrmitteln / Zurrschienen sowie unterschiedlichen Berechnungsbeispielen sind online in etlichen Tabellen und praktikablen Rechnern zur Ladungssicherung im LKW zu finden.

Niederzurren als kraftschlüssige Ladungssicherung

Sogenannte Anschlagpunkte / Zurrpunkte dienen zur Aufnahme und Fixierung der Zurrgurte, Spanngurte oder Anschlagketten. Sie lassen sich optimal mit Zurrschienen kombinieren. Moderne LKW und Transporter sind oft bereits serienmäßig damit ausgestattet. Bauteile wie unter anderem Zurrschienen und Zurrmulden lassen sich für eine zeitsparende und individuelle Sicherung von Transportgut auch nachträglich montieren.

Speziell für sehr schwere Güter und Waren, die schnell verrollen, wird eine kraftschlüssige Ladungssicherung (Niederzurren beispielsweise durch Spanngurte) benötigt.

Einführung von Schulungen zur Ladungssicherung

Ladungssicherung war und ist stets ein wichtiges und viel diskutiertes Thema. Bis zum Jahr 1990 wurde Ladungssicherung bei der Berufskraftfahrer-Ausbildung wenig unterrichtet.

Mitte 1999 wurde der Bereich Ladungssicherung erstmals in der Berufskraftfahrer-Zeitung öffentlich behandelt. Der Autor informierte über verschiedene Zurrmittel, Zurrschienen, Reibung sowie die maximale Belastbarkeit der Nutzfahrzeug-Aufbauten. Weitere Fachartikel folgten, da die erste Resonanz sehr positiv war. Die nächsten Artikel befassten sich direkt mit Zurrmitteln, Aufbauten am LKW sowie Physik und Recht zur Ladungssicherung. Mitte 2001 wurde der erste Leitfaden als Fachbuch Ladungssicherung herausgegeben.

Im Jahr 2002 trat die VDI-Richtlinie VDI 2700a (Ausbildungsnachweis Ladungssicherung) in Kraft. Berufskraftfahrer müssen demnach einen Nachweis über 16 Einheiten Unterricht je 45 Minuten zum Thema Ladungssicherung erbringen. Ebenfalls 2002 wurden die europäischen Normen EN 12195-2 (Zurrgurte) und 12195-3 (Zurrketten) sowie EN 12642 (Aufbauten bei Nutzfahrzeugen) eingeführt.

Ab 2008 wurden Themen zur Ladungssicherung mit der Broschüre Transporter-Info für ganz Europa festgelegt. In der Neuauflage der Broschüre wird die VDI 2700 Blatt 16 Richtlinie (Ladungssicherung auf Transportern bis maximal 7,5 t zGG) beispielsweise mittels Spanngurte ausführlich behandelt. 

Ab Anfang 2011 war Ladungssicherung als Bestandteil der Ausbildung von Berufskraftfahrern etabliert und die VDI 2700 Blatt 19 Richtlinie (Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen - gewickeltes Band aus Stahl, Blechen und Formstahl) wurde veröffentlicht.